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Alles neu oder nur alte Hüte?

Am Donnerstag, den 26.04.2018 traf sich der DVS-Arbeitskreis Schweißfachmänner des DVS-Bezirksverbandes Hamburg an einem für Hamburgs verkehrstechnische Entwicklung bedeutenden Bauwerk, der neuen Haltestelle für die U-Bahn-Linie U4.

DVS-Arbeitskreis auf der Baustelle
DVS-Arbeitskreis auf der Baustelle

Während einer beeindruckenden Führung über die Baustelle mit interessanten Hintergrundinformationen haben wir viel gelernt und noch mehr gestaunt.

Dachkonstruktion nach Friedrich Zollinger

Die eigentliche Konstruktion der U-Bahn-Haltestelle ist einer in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelten Dachkonstruktion von Friedrich Zollinger (1880-1945) nachempfunden. Diese Konstruktion setzt sich aus einem Geflecht zusammen, dass im Schnitt aus zwei Radien besteht. Ein berühmter Nachahmer dieser Bauart war Otto Junkers mit dem Bau seiner mobilen Flugzeug-Hangars.

Die Hamburger Hochbahn hat ein sehr ähnliches Konstrukt mit vielen Extras errichten lassen, das die Herzen aller schweißtechnisch Interessierten höher schlagen lässt.

Bauwerk aus der Ferne
Bauwerk aus der Ferne

Große Ideen modern umgesetzt

Die Konstruktion, die sich über die Zweibrückenstraße erstreckt wurde mit ca. 100mm vorgespannt, um dann unter der Last des Gesamtgewichtes eben zu sein. Umgesetzt hat man das, indem die Brücke mit Wasserlasten in die Ebene gebracht wurde, die dann Stück für Stück mit dem eingebrachten Gewicht der Konstruktion entlastet wurden.

Alle verwendeten Doppel-T-Träger sind in sich verdreht und wurden speziell angefertigt. Dazu wurden die Profile einzeln gebogen und anschließend verschweißt. Einer der Überwachenden Bauingenieure bezeichnete die Arbeiten als „Pest in Dosen“, was man im Angesicht der komplizierten Radien durchaus nachvollziehen kann.

Ca. 40% des Gesamtgewichtes werden durch den eingebrachten Stahl, die restlichen 60% durch die eingefügten Glasscheiben bestimmt. Die Glasscheiben wurden inkl. Sicherungsseilen und Stoßdämpfern in die Skelettbauweise eingefügt und im oberen Bereich sogar rutschhemmend beschichtet um spätere Reinigungsarbeiten zu ermöglichen.

Interessenten sollten sich unbedingt auch die Videos auf der Internetseite der Hamburger Hochbahn AG ansehen.

Abschließend muss man anerkennend sagen: Die Hamburger Hochbahn AG hat sich bei großen Meistern Ideen geholt und modern umgesetzt. Wir vom AK SFM waren durchweg begeistert freuen uns schon auf die erste Fahrt mit der U4 an die Elbe.

Weitere Impressionen der neuen Haltestelle für die U-Bahn-Linie U4 in Hamburg

Blick Richtung Elbe
Blick Richtung Elbe
Blick zur Anschlusstelle DB
Blick zur Anschlusstelle DB

Ansprechpartner

  1. Christiane PohlmannChristiane Pohlmann

    Diplom-Ingenieur - SFI/IWE
    Leiterin Aus- und Weiterbildung
    Telefon: +49 (0)40 35905-743
    Fax: +49 (0)40 3590544-743
    E-Mail: cpohlmann@slv-nord.de