Mechanische Belastung in zwei Richtungen: Zug und Druck

Der Biegeversuch wird hauptsächlich zum Prüfen der Festigkeit und Zähigkeit von Schweißverbindungen angewendet. Mit ihm lässt sich feststellen, inwieweit Schweißungen in Zusammenhang mit dem jeweiligen Grundwerkstoff starken mechanischen Belastungen standhalten. Für den Versuch wird eine flache Werkstoffprobe so auf zwei Auflagerollen gelagert, dass sich die Schweißverbindung genau in der Mitte befindet. Ein Biegestempel übt nun mit gleichbleibender Geschwindigkeit von oben Druck auf sie aus. Dies wird so lange fortgeführt, bis sich die Probe um 180 Grad gebogen hat, ihre Schenkel also parallel zueinander stehen. Das Werkstück wird nun aus der Maschine entnommen und untersucht, wie sich die Schweißnaht durch die Belastung optisch verändert hat. Auf der außen gelegenenen Seite, auf die Zug wirkte, können Unregelmäßigkeiten wie z. B. Bindefehler, Walzfehler oder (Schlauch-)Poren als Risse erkennbar sein, auf der inneren Seite zeigt sich die Qualität der Naht dadurch, ob der hier wirkende Druck sichtbare Stauchungen hinterlassen hat. Dadurch, dass der Biegeversuch eine besonders große mechanische Belastung in zwei Richtungen darstellt, kann das Verfahren z. T. Unregelmäßigkeiten offenlegen, die in anderen Prüfverfahren toleriert wurden.

Praktische Anwendung findet der Biegeversuch z. B. bei der Schweißverfahrensprüfung nach DIN EN ISO 15614. Parameter wie das erforderliche Probenformat und der Durchmesser des Stempels sind in der Norm DIN EN ISO 5173 geregelt.

Wolf-Dieter Lamprecht

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Wolf-Dieter Lamprecht

Diplom-Ingenieur (FH) - SFI/IWE
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