SLV Nord - bitte wählenSchweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Nord gGmbH

Maritim und einzigartig - 19. Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau

Bereits zum 19. Mal jährte sich die traditionelle Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau am 24. und 25. April 2019. Die drei Veranstalter Schiffbautechnische Gesellschaft e. V., Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. – Landesverband Hamburg / Schleswig-Holstein und die SLV Nord gGmbH luden zu zwei maritimen Besichtigungen, einem Netzwerkabend und 10 Fachvorträgen ein.

Blick auf den Hamburger Hafen mit der „Rickmer Rickmers“ im Vordergrund
Blick auf den Hamburger Hafen mit der „Rickmer Rickmers“ im Vordergrund

Dieser Einladung folgten insgesamt 140 Teilnehmer, 12 namhafte Industrieaussteller und 2 Medienpartner und genossen bei Fachvorträgen und tagungsbegleitender Industrieausstellung bei sommerlichen Temperaturen den einzigartigen Blick auf den Hamburger Hafen.

Hinter den Kulissen zweier traditionsreicher Werften

Die Tagung begann nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wiederrum mit zwei Besichtigungen – diesmal mit Blohm+Voss in Hamburg und der Peters Werft in Wewelsfleeth aus der Schiffbaubranche. Traditionsreicher konnten die Besichtigungsorte kaum ausgewählt werden. Die Werft Blohm+Voss wurde 1877 gegründet und ist seit 2016 Teil der familiengeführten Unternehmensgruppe Lürssen. Blohm+Voss gilt als letzte der Großwerften im Hamburger Hafen.
Das Werftgelände in Hamburg-Steinwerder, am südlichen Ufer der Norderelbe, war von den Tagungsteilnehmern bequem zu Fuß zu erreichen. Und zwar durch den alten Elbtunnel, der im letzten Jahr Ziel einer ingenieurbaulichen Besichtigung war.

Abschlussbild der Besichtigung bei Blohm+Voss
Abschlussbild der Besichtigung bei Blohm+Voss

P wie Peking

Die Teilnehmer der zweiten Exkursion waren hingegen auf den Bus angewiesen. Die Peters Werft in Wewelsfleeth gewährte einen exklusiven Blick auf die Restaurierungsarbeiten an der Viermast-Stahlbark Peking, die übrigens am 25. Februar 1911 bei Blohm+Voss vom Stapel lief.
Seit August 2017 liegt die Peking im Dock und wird für das neue Hamburger Hafenmuseum restauriert und feingemacht. Das Wissen um alte maritime Handwerkstechniken, wie das Spleißen von Stahlseilen, existiert auch durch die lange Firmengeschichte – bereits 1871 wurde der Geschäftsbetrieb aufgenommen. Die Peking selbst gehörte zu den berühmten Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz. Wie bei allen Segelschiffen dieser Hamburger Reederei seit 1877 üblich, beginnt ihr Name mit „P“ – sie wurde nach Chinas Hauptstadt Peking benannt. Zuletzt lag die Peking als Museumsschiff in New York und wurde im Juli und August 2017 zur Restaurierung in die Wewelsflether Peters Werft in Deutschland überführt. Sie wird das Schmuckstück des neuen Hamburger Museumshafens.

Exklusive Einblicke – die Peking im Trockendock
Exklusive Einblicke – die Peking im Trockendock

Noch voller traditionsreicher schiffbaulicher Eindrücke traf man sich am Abend an Bord des Museums-Dreimasters „Rickmer Rickmers“, um den ersten Tag festlich zu beschließen.

Fachgespräch oder entspannter Plausch – die Abendveranstaltung auf der Rickmer Rickmers
Fachgespräch oder entspannter Plausch – die Abendveranstaltung auf der Rickmer Rickmers

Der zweite Tag fand wie gewohnt im Kuppelsaal des Hotel Hafen Hamburg statt. Hochkarätige Referenten präsentierten Fachvorträge aus den vier Themenblöcken Historisches und Normatives, Verfahrensentwicklung, Lebensdauerverlängerung sowie Schweiß- und Fertigungstechnik 4.0. Den Anfang machte wieder die Peking mit einer detaillierten Betrachtung der Restaurierung mit Fokus auf die Schweiß- und Werkstofftechnik.

Spannende Vorträge in der Kuppel des Hotel Hafen Hamburg, Blick auf die Elbphilharmonie inklusive.
Spannende Vorträge in der Kuppel des Hotel Hafen Hamburg, Blick auf die Elbphilharmonie inklusive.

Weitere Vortragsthemen waren unter anderem neue Erkenntnisse der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung im Zusammenhang mit der DIN EN 1090-2, technologische Ansätze beim Laserhybridschweißen und MSG-Engspaltschweißen oder die Optimierung schweißtechnischer Qualifizierungen für das Schweißen von Blechen für Offshoreanlagen.
Die wissenschaftlichen Aspekte im Block Lebensdauerverlängerung sind in der Tagung traditionell verankert. Die Bewertung der Schwingfestigkeit ausgeschliffener Schweißnähte war ebenso interessant wie die Schweißnahtnachbehandlung und das damit verbundene Potential an Offshore-Gründungsstrukturen.

Zu Abschluss folgte ein visionärer Blick in die schweißtechnische Zukunft, die zum Teil heute schon Realität ist: Das automatisierte hochflexible Laserschweißen von großen Träger- und Paneelstrukturen im Schiffbau sowie die additive Fertigung von Propellerflügeln.

Neben den Fachvorträgen konnten sich die Tagungsteilnehmer in einer individuellen Fachausstellung selbst von den aktuellen technologischen Trends überzeugen.

Klasse statt Masse - die Industrieaussteller bereichern die Fachtagung
Klasse statt Masse - die Industrieaussteller bereichern die Fachtagung
Virtuelles Schweißen im Selbstversuch von Prof. Dr.-Ing. Knuth-Michael Henkel
Virtuelles Schweißen im Selbstversuch von Prof. Dr.-Ing. Knuth-Michael Henkel

Call for Papers 2020

Nach der Tagung ist bekanntlich vor der Tagung. Bis zum 31. August 2019 können für die kommende Veranstaltung am 22. und 23. April 2020 Vorschläge für Vortragsthemen im Tagungsbüro unter tagungsbuero@slv-nord.de eingereicht werden.

Weitere Bilder der Tagung stehen zur Verfügung unter
slv-nord.de/tagung-schweissen

Das neue Call for Papers 2020 zum Download unter slv-nord.de/_download

Ansprechpartner

  1. Sven NoackSven Noack

    Diplom-Ingenieur - SFI/IWE
    Geschäftsführer, Leiter SLV Nord
    Telefon: +49 (0)40 35905-755
    Fax: +49 (0)40 3590544-755
    E-Mail: snoack@slv-nord.de