SLV Nord - bitte wählenSchweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Nord gGmbH

Eine Verbindung, die hält

Thomas Jürß hat in 34 Jahren Tausende Schweißer und Schweißfachleute aus- und weitergebildet. Die SLV Nord kennt er von der Geburtsstunde an. Ein Porträt zum 25. Jahrestag der Hamburger Institution.

Thomas Jürß in „seiner“ Schweißwerkstatt
Thomas Jürß in „seiner“ Schweißwerkstatt

Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Nord (SLV Nord) feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum. Ein Mann der ersten Stunde ist der Schweißwerkmeister Thomas Jürß. Tausende Fachleute haben bei ihm den richtigen Umgang mit Gasflasche und Brenner gelernt.

Thomas Jürß: Seit 1992 Schweißwerkmeister und Schweißlehrer bei der SLV Nord.

Es gibt Schweißnähte, die wären bei Thomas Jürß nicht durchgegangen. Egal, wo er ist, immer begutachtet er die Fügestellen: an Fahrgeschäften auf Jahrmärkten oder auf Ausflugsdampfern, in Supermärkten und in Bussen. „Natürlich ist das eine Berufskrankheit“, sagt Thomas Jürß lachend. Eine, die Frau und Töchter schon mal zu einem verständnislosen Augenrollen verleitet. Schließlich halten die allermeisten Schweißnähte. Allerdings auch eine Angewohnheit, die immense Sicherheit gibt. Denn Thomas Jürß ist seit 1992 Schweißwerkmeister und Schweißlehrer bei der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Nord gGmbH (SLV Nord) und als solcher für die Aus- und Weiterbildung von Schweißfachleuten zuständig. Wer durch seine Schule gegangen ist, sollte das Schweißen beherrschen.

Schweißen ist ein Handwerk, das kaum eine Mogelei verzeiht. Schließlich kann an einer Schweißnaht eine ganze Brückenkonstruktion hängen. Eine Vielzahl an Normen und Richtlinien regelt, wie welche Fügetechnik ausgeführt sein muss. Am Ende jedoch steht ein Mensch wie Thomas Jürß, der mit Augenmaß und Fachkenntnis vermittelt und prüft, was der Schweißer da zusammengefügt hat. „Man muss bei all dem natürlich Normen und eigene Vorstellungen miteinander abgleichen“, sagt Jürß. Nur weil eine Schweißnaht ästhetisch nicht ganz gelungen ist, heißt das nicht, dass sie nicht hält. Umgekehrt kann eine besonders akkurat aussehende Naht im Inneren zum Beispiel Poren oder andere Unregelmäßigkeiten enthalten, die für eine reduzierte Belastungsfähigkeit sorgen und erst in aufwändigen Prüfverfahren sichtbar werden.

Blick eines Ausbilders beim Gasschweißen
Blick eines Ausbilders beim Gasschweißen

Dennoch: Eine Grauzone gibt es nicht. Alle zwei bis drei Jahre müssen die Schweißerprüfungsbescheinigungen erneuert werden – auch die der insgesamt sechs Schweißwerkmeister der SLV Nord. Tausende Schweißer haben so in den vergangenen 34 Jahren bei dem 63-jährigen Jürß gelernt oder ihre Bescheinigungen erneuert. Die Bedingungen für sie sind am ELBCAMPUS optimal. Die SLV Nord gehört zu den zahlreichen Bildungseinrichtungen der Handwerkskammer Hamburg, die am Harburger Bahnhof 2008 ein modernes Domizil gefunden haben. Die technische Ausstattung ist einmalig in Norddeutschland: 72 Lichtbogen- und Gasschweißplätze und mehr als 30 Ausbildungsplätze in der Kunststofftechnik, dazu modernste Schweiß- und Prüftechnik auf mehr als 3.200 Quadratmetern Fläche. Die Aus- und Weiterbildung in allen gängigen Metall- und Kunststoffschweißprozessen sowie theoretische Weiterbildungen bis hin zur Aufstiegsqualifikation zur Schweißaufsichtsperson sind so auf höchstem Niveau möglich. Übrigens auch in und für Unternehmen der Region. Ein Gabelstaplerhersteller lässt seit Jahren seine Schweißfachkräfte von SLV-Beschäftigten schulen. Verschiedene Autowerkstätten werden künftig ihre Kfz-Karosseriebauer im Aluminium-Schweißen weiterbilden lassen.

Thomas Jürß in seinem Element – der Ausbildung
Thomas Jürß in seinem Element – der Ausbildung

„Ich vermittle gern mein Wissen und die Fertigkeiten an die Schweißfachleute in unseren Kursen."

Thomas Jürß hat dieses umfassende Angebot der SLV Nord mit aufgebaut. Als Schweißwerkmeister war er auch schon bei der Vorgängerin, der Schweißtechnischen Lehranstalt innerhalb der Gewerbeförderungsakademie der Handwerkskammer Hamburg, beschäftigt und hat sowohl die Gründung vor 25 Jahren als auch den Umzug nach Harburg vor neun Jahren mitgemacht. Dabei hatte der im schleswig-holsteinischen Bad Oldesloe lebende Jürß zunächst keinerlei Bezug zum Schweißen, sondern ist gelernter Gas-Wasser-Installateur. Nach acht Jahren bei der Bundeswehr wollte er eigentlich „was kaufmännisches machen“, erzählt Jürß. „Aber mein Berater konnte mich wohl ganz gut einschätzen und empfahl mir, im Handwerk zu bleiben.“ So kam der Zeitsoldat Jürß praktisch als Auszubildender Ende der 1970er Jahre zur Schweißtechnischen Lehranstalt in die Hamburger Goetheallee. Drei Jahre später, nach einem Intermezzo in der Industrie, kehrte er als Lehrmeister zurück. „Ich bin da so reingewachsen“, sagt er völlig unprätentiös. Doch inzwischen ist es mit Thomas Jürß und dem Schweißen ein wenig wie in einer langen Ehe: Man schätzt sich und weiß, was man aneinander hat. „Ich vermittle gern mein Wissen und die Fertigkeiten an die Schweißfachleute in unseren Kursen. Außerdem schätze ich meine Kollegen, die flachen Hierarchien, dass wir ähnlich denken und handeln“, sagt Jürß.

„Wir haben einen guten Ruf in Hamburg“

Neben Jürß und seinen fünf Schweißwerkmeister-Kollegen gibt es 25 weitere Kolleginnen und Kollegen an der SLV, darunter etwa die Schweißfachingenieure, die qualitätssichernde betriebliche Anerkennungen und Bauüberwachungen vornehmen, und die Ingenieure und Techniker des unabhängigen akkreditierten Prüflabors. Die Spezialisten dort untersuchen Schweißnähte auf ihre Haltbarkeit, etwa an Brücken oder Bahnhofshallen-Konstruktionen. „Wir haben einen guten Ruf in Hamburg“, sagt Thomas Jürß – und dabei klingt er nun sehr stolz auf diese Jubilarin. Ein bisschen hat schließlich auch er dazu beigetragen, aus ihr eine gestandene Erwachsene zu machen.

Ansprechpartner

  1. Thomas JürßThomas Jürß

    Teamleiter Praktische Ausbildung, Schweißlehrer
    Telefon: +49 (0)40 35905-746
    Fax: +49 (0)40 3590544-746
    E-Mail: tjuerss@slv-nord.de